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Digitale Schule zwischen „Unterrichtsabsicherung“ und neuer Lernkultur

Artikel von Jöran Muuß-Merholz für das Forum Bildung Digitalisierung (2020)

Es gibt zwei Themen im Bereich Schule, die laut diskutiert, aber in der Praxis nur zögerlich angegangen wurden: eine neue Lernkultur und digitale Medien. Durch die Coronakrise ändert sich schlagartig mehr, als vorher auch nur denkbar gewesen wäre. Entsteht tatsächlich eine neue Lernkultur?

Weiter zum Artikel beim  Forum Bildung Digitalisierung (oder zum Manuskript als Google Doc). 

buntes Mosaik aus Videokonferenz-Fenstern

Eine Videokonferenz, bei der alle Teilnehmenden je eine farbige Haftnotiz auf die Webcam geklebt haben (Screenshot von Jöran Muuß-Merholz, freigegeben im Sinne von CC0)

Sitzsäcke sind das neue Sprachlabor. Digitale Geräte, K.I. und bunte Möbel machen noch keine moderne Schule

von Jöran Muuß-Merholz (2019)*

Es gibt zwei verbreitete Bilder, mit denen das Thema „Lernen mit digitalen Medien“ in der Schule visualisiert wird. Das erste, schon etwas ältere Bild zeigt Tischreihen mit Computern darauf. Schüler sitzen dahinter in Reih und Glied, alle bedienen ihren PC. Das Setting erinnert an die Sprachlabore der 1970er und 1980er Jahre. Dieses Bild steht für die alte Schule mit uniformen Schülern und instruktionistischer Lehre.

2019 sieht man häufiger ein neues Bild. Darauf liegen Schüler in bunten Sitzsäcken oder sitzen auf würfelartigen Hockern. Auf den Knien bedienen sie ein iPad. Dahinter steckt das Versprechen der Individualisierung durch digitale Medien. Jeder Lernende hat ein für sich maßgeschneidertes Lernangebot, kann sich also auch einen individuellen Lernort aussuchen.

Sprachkabinett

Ausschnitt aus „Sprachkabinett“ von Eugen Nosko, Deutsche Fotothek unter CC BY-SA-3.0-de via Wikimedia Commons

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