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#Leitmedienwechsel – Schule und Lernen in digitaler Vernetzung

BildungsWelt, Eigene Texte, NetzWelt

(Dieser Text entstand, um Menschen mit weniger Vorwissen die Grundideen hinter #leitmedienwechsel / #shift / #relearn zu erklären.)

Einige Gedanken zu zwei Welten

Das Internet verändert die Art und Weise unserer Kommunikation, die Arbeitswelt und die Freizeit, die Musik- und Filmindustrie, die Verbrechensbekämpfung, die Partnerfindung unser Verständnis des Wortes „Freund“, (in Ansätzen) die Politik, die Geschäfte der Reisebüros und des Buchhandels  – aber nicht die Schule?

Vergleicht man die konstitutiven Strukturen und Grundannahmen der Bereiche 1. moderner Pädagogik („Schulpreis-Welt“ oder “AdZ-Welt”) und 2. Internet („Netzwelt“), findet man hohe Übereinstimmungen: Selbstbestimmung und Individualisierung, Selbstständigkeit und Aktivierung, Flexibilisierung von Zeit und Raum, Vernetzung und Austausch, Kollaboration und Co-Konstruktion von Wissen, Praxis- und Projektorientierung , das alles sind Schlagworte, Werte und Ziele in beiden Bereichen. (Nebenbei: Sie entsprechen in vielerlei Hinsicht neuen gesellschaftlichen und ökonomischen Anforderungen.)

Man könnte schlussfolgern, dass die Bereiche sich geistig verwandt fühlen und den Austausch suchen. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt wenig Berühungspunkte oder gar Schnittmengen der beiden Welten. Häufig herrscht gerade unter engagierten PädagogInnen sogar Skepsis bis Ablehnung: „Ich gehe lieber mit den Kindern in den Wald, als dass sie auch noch in der Schule vor diesem Computerzeugs sitzen.“

Teacher's Helper

Häufig werden Computer und Internet auf die Funktion „Medium“ begrenzt. Dass sie auch Werkzeug und Kulturraum sind, wird ausgeblendet oder kulturpessimistisch als Verfall gedeutet: „Die Kinder leben ja nur noch online und können nicht mal mehr rückwärts laufen.“

Für die unausweichlichen Symptome des Wandels wird die Domäne der Medienpädagogik gerufen und um Rezepte für eine Arznei namens Medienkompetenz gebeten. Diese Behandlungsversuche sind von begrenzter Wirkung, weil ihre VertreterInnen Medien immer noch als Sonderfall, als Fremdkörper in der „realen“ Welt betrachten. Sie erkennen nicht, dass es für die Netzwelt nicht nur Bedienkompetenz braucht, sondern dass alle Nichtmedien-Kompetenzen auch online eine Rolle spielen. Das Konzept der Medienkompetenz hat sich überholt, seit das Netz mehr als nur Medium ist.

Es geht nicht um Lernen mit Neuen Medien. Es geht um neues Lernen mit Medien / in und mit dem Netz. Der Einzug von Computern in die Schulen verändert die Schulen gar nicht – die Vernetzung und die Allgegenwärtigkeit aber bringen einen fundamentalen Wandel.

Die digitale Vernetzung ist ubiquitous, alles durchdringend, allgegenwärtig, überwindet Raum und Zeit. Alleine ein internetfähiges Handy sprengt ein Loch in die Wand des Klassenzimmers, durch das unkontrolliert „echte Welt“ in die vom Lehrer künstlich konstruierte Lernumgebung eindringt. Umgekehrt fließen Informationen aus der Schule hinaus in die Welt und bleiben online verfügbar. Die Vernetzung überwindet die etablierten Grenzen von Raum und Zeit.

„Die Kinder sitzen  schon den ganzen Nachmittag vor der Kiste, das muss nicht auch noch in der Schule sein.“ Die Aussage impliziert auch: „Was die da machen, interessiert mich nicht. In dieser Welt dort sollen die alleine zu Recht kommen. Meine Welt hier in der Schule ist eine andere (und zwar die richtige).“

Wir sehen letzte Abwehrversuche gegenüber einer neuen Welt. Aber diese Welt wird nicht wieder weggehen. Das Internet ist keine Modeerscheinung, sondern bringt einen Wandel, ein shift.

Ambitionierte Pädagogik und moderne Technologie sind kein Widerspruch. Nicht Natur oder Technik sind die Optionen, sondern: mit oder ohne iPhone in den Wald? Nicht Lehrbuch statt Wikipedia ist die Alternative, sondern: Nutzen die Schüler die Wikipedia nur inoffiziell oder lernen sie den kritischen Umgang mit ihr?

Push-Button Learning

Why do I need a teacher when I’ve got Google?“, fragte kürzlich ein Buchtitel. Die Antwort ist klar: LehrerInnen werden keineswegs überflüssig. Aber ihre Kernkompetenzen rücken in den Vordergrund. Sie sind zwar auch fachliche ExpertInnen für ein Thema, aber vor allem sind sie PädagogInnen, die die Lernenden bei der Erschließung von Themenfeldern, beim Umgang mit Werkzeugen, beim sozialen Miteinander, beim kritischen Sich-Zurechtfinden in der Welt – kurz: bei der Bildung unterstützen. Je mehr die LehrerInnen das Monopol auf Wissen und dessen Vermittlung  abgeben müssen, desto wichtiger wird ihre Rolle darüber hinaus – und desto sichtbarer werden Defizite in dieser Rolle.

Bisweilen untergräbt das Vorhandensein des Internets die bisherige Rollen und Strukturen der traditionellen Schule, in denen die Wissenden das Wissen zu den Unwissenden vermittelten. Möglicherweise ziehen auf digitalem Wege Trojaner für eine veränderte Lernkultur in die Bildungsinstitutionen ein?

Akteure und Aktivitäten

Wissenschaft und Praxis

  • In der Lehrerausbildung wird das Thema mit Zurückhaltung bis Ignoranz begegnet. Weder bei den Lehrenden noch bei den Studierenden scheint es Interesse am Thema zu geben. Es dominieren Lehrveranstaltungen wie „PowerPoint im Unterricht einsetzen“.
  • Die Medienpädagogik arbeitet häufig mit überholten Grundannahmen (s.o.).
  • Die fortgeschrittene „Szene“ formiert sich abseits der etablierten Institutionen aus vernetzten Einzelkämpfern: Wissenschaftler, Lehrer, Studenten, Bildungshacker, Edupunks, Entrepreneure, Personaler etc sind meisten in ihrem Arbeitsbereich isoliert und suchen die Vernetzung über das Internet. Dazu kommen Treffen auf sogenannten Educamps im Format von Barcamps (Netzwelt-typische Unkonferenzen, dem OpenSpace-Konzept ähnlich: Es gibt kein / wenig zentral geplantes Programm und stattdessen die Möglichkeit, dass jeder Teilnehmende auch selber etwas vor- und beiträgt). Zusätzlich gibt es einzelne Veranstaltungen wie z.B. 2010 die re:learn als Sub-Konferenz zur großen Netzwelt-Konferenz re:publica oder 2009 das Treffen „Die Bildung hacken“.
  • Die Diskurse auf diesen Veranstaltungen neigen bisweilen (aber längst nicht immer!) dazu, sich im Spannungsfeld zwischen transzendenten Diskussionen, konkreten Anwendungen und Weltrevolutionsplänen zu verlieren oder aufzureiben. Die meisten Teilnehmer dieser Veranstaltungen kommen eher aus der Netzwelt. Nur vereinzelt trifft diese Szene auf „normale Pädagogen“ außerhalb der Netzwelt. Erste Versuche zeigen aber: Sie vertragen sich und haben sich viel zu sagen (NRW-Regionaltreffen des AdZ-Netzwerks im Barcamp-Format).
  • PädagogInnen / WissenschaftlerInnen, die aus der (Hoch-)Schulwelt stammen und sich (zusätzlich) in die Netzwelt begeben, sind Ausnahmen. Bekanntere Beispiele sind die buchschreibende Lehrerin Sabine Czerny, der forschende Unternehmensberater Prof. Dr. Peter Kruse, der weltverbessernde Französisch-Didaktiker Prof. Dr. Jean-Pol Martin oder die Lehrerfortbildnerin Lisa Rosa. (Auffällig ist, dass alle genannten Personen in ihrer „heimischen“ Domäne nicht gerade zum Mainstream gehören.)
  • Eine Internationalisierung des Diskuses findet nur begrenzt statt. In Deutschland werden teilweise Diskussionen aus den USA rezipiert. Eine Ausnahme bilden die „Did you know? Shift happens“-Videos, die aus der US-Pädagogik-Welt stammen und breite Wirkung in die Netzwelt allgemein entfaltet haben.

Fortbildung

  • Die institutionalisierten Angebote orientieren sich an medienpädagogischen / mediendidaktischen  Fragestellungen, z.B. „Wie lehre ich den verantwortungsbewußten Umgang mit Facebook?“ oder „Wie kann ich Blogs im Unterricht nutzen“. Häufig geht dabei die erste vor der zweiten Stufe verloren: Ein Verständnis von „Wie kann ich Blogs nutzen“ müssen die PädagogInnen zuerst grundlegend entwickeln. (Die Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht kommen dann meist von alleine.)
  • Erste Erfahrungen gibt es mit ungewöhnlichen Formaten in der schulinternen Lehrerfortbildung. So haben z.B. Anfang 2010 gleich acht (in didaktischer Hinsicht nicht professionelle) „Netzweltler“ das Kollegium einer Kölner Schule für einen Tag besucht und den PädagogInnen in kleinen Gruppen die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von verschiedenen Web-2.0-Diensten gezeigt. Im Nachklang entstanden bei vielen LehrerInnen eigenen Ideen zu Einsatzmöglichkeiten im Unterricht, so dass diese Schule inzwischen als „die Blog-Schule“ durch die Medien ging.
  • Die wenigen PädagogInnen, die Netzwelt und Schulwelt in der Schule zusammenbringen, arbeiten mit einer defensiven Grundhaltung. Sie müssen sich unter KollegInnen für ihre Arbeit rechtfertigen. (Ein Lehrer, der seine GrundschülerInnen mit Smartphones arbeiten liess, wurde von Mobilfunkgegnern (nicht von den Eltern der Kinder!) der mehrfachen schweren Körperverletzung angezeigt.)

Verlage, Verbände, Stiftungen

  • Die Verlage begegnen dem Leitmedienwechsel nur verhalten und re-aktiv. Zwar gibt es auch dort die Perspektive, dass digitale Materialien Bücher und Arbeitsblätter zumindest teilweise ablösen werden. Diesem Prozess begegnen die Verlage nur verhalten, meist in der Form von reiner Digitalisierung bewährter Formate. (Die Verlage verlieren Einfluss und Markt – schon aufgrund der pädagogischen Entwicklung hin zum individualisierten Lernen. Das wird durch das Internet noch verstärkt, weil Materialien jenseits der Verlage verfügbar, austauschbar, bearbeitbar werden.)
  • Das Thema wird auf der Meta-Ebene kaum beachtet. Erst 2010 scheint leichte Bewegung in den Markt zu kommen und Verlage bereiten erste einschlägige Publikationen vor.
  • Darüber hinaus findet das Thema bei Verbänden, Stiftungen und ähnlichen Akteuren bisher wenig Beachtung.

Film Based Teaching Machine

Öffentlichkeit / Eltern

  • In der breiten Diskussion dominieren die Risiken die Wahrnehmung: Das Internet wird für Kinder und Jugendliche als Gefahr durch Gewalt, Porno, Nazis, Terroristen und Bedrohungen der Privatsphäre wahrgenommen. (Langsam kommt auch das Thema auf die Agenda, das vermutlich das für Jugendliche „real existierenste“ ist: Cyberbullying / Online-Mobbing.)
  • Gerne wird für Diskussionen auf das Konzept der „Digital Natives“  zurückgegriffen. Dessen präjudizierende Vereinfachung kann als falsch und sogar gefährlich beurteilt werden kann: Es impliziert, dass es „die Jüngeren“ gibt, denen der Umgang mit der Netzwelt quasi naturgegeben in die Wiege gelegt ist. (Der Umgang mit Computer und Internet ist für diese Generation vielleicht selbstverständlicher, aber ein tieferes (oder gar kritischeres) Verständnis im Vergleich mit Ältereren ist nicht zu beobachten.) Andersherum impliziert es, dass es „die Ältern“ gibt, die sich beliebig bemühen können, aber letzten Endes doch immer „zugewandert“ und defizitär bleiben werden.

Siehe auch …

… typische Inhalte im Rahmen eines Educamps, der vor Ort erstellte sog. „Sessionplan“:

… zwei Veröffentlichungen, die zwar für die politische Bildung geschrieben, aber in ihren Aussagen keineswegs auf diesen Bereich beschränkt sind:

Shift happens – Was Web 2.0 für Gesellschaft und Bildung bedeutet
Jöran Muuß-Merholz in der Zeitschrift “Praxis Politische Bildung” (Leitartikel für das Themenheft “Web 2.0 und politische Bildung” 2010)

Politische Bildung 2.0 – Neue gesellschaftliche Beteiligungsformen durch neue Medien – Herausforderungen für die Institutionen
Thomas Krüger (Keynote zur Tagung „Mitmachen ohne dabei zu sein“ der Landeszentrale Sachsen, 10.09.2010)

Fotos

Die Bilder in diesem Artikel stammen aus dem Buch “1975 And The Changes To Come“, das 1962 erschien und einen Blick in die damalige Zukunft warf. Die Fotos stammen aus dem großartigen Flickr-Album von Derrick Bostrom (CC by-nc-sa).

23 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hej, was für ein toller Allrounder ist dir da geglückt, der auch noch für Nichtexperten verstehbar ist (denke ich wenigstens)! Bin mit allem einverstanden (außer mit Deinem Medienbegriff) – dafür treffen wir uns vielleicht mal explizit?

  2. Ja, mit dem Medienbegriff ich mich nochmal hinsetzen. Bis dahin verlinke ich auf Deine Präsentation dazu. 🙂

  3. irgendwas stimmt wohl mit meinem medienbegriff auch nicht, denn slideshare will die folien nicht zeigen in meinem blog! 😉

  4. sehr schön, wirklich. was ich noch hervorheben wollte: du kannst ausgesprochen gut schreiben (stil, tonfall).

  5. Sehr gelungener, weil überzeugend formulierter Grundsatzartikel. Besonders gefällt mir der Hinweis auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Richtlinien der modernen Pädagogik, den Anforderungen der Arbeitswelt und dem Credo der Netzwelt. Zum Wert der Öffentlichkeit (auch von Bildungsinstitutionen), die durch neue Medien hergestellt werden kann, hat auch Jeff Jarvis neulich einen interessanten Blog-Artikel geschrieben, den ich hier: http://medienistik.wordpress.com/2010/09/27/der-wert-der-offentlichkeit/ einmal auszugsweise ins Deutsche übersetzt habe.

  6. Danke für die Blumen. Ein bißchen Kritik zu einzelnen Punkten würde mir aber auch gut gefallen. 🙂

  7. Ich finde es gibt an dem Artikel nicht viel, nein gar nichts zu meckern. Dafür ist er nicht kantig genug. Schreib doch mal Thesen dazu, oder als Erweiterung. Dann gibt bestimmt mehr Potential zum Reiben.

  8. Stimmt alles, was Du schreibst, Jöran, nur vergisst Du Organisationsstruktur und insbesondere Organisationskultur (in diesem Fall von Schulen). Ich arbeite relativ viel in Prozessen interner Kommunikation und in Veränderungen, und ich kenne sehr wenige Organisationen oder Unternehmen, die von ihrem inneren Selbstbewusstsein her so weit sind, nicht-hierarchische Kommunikation zuzulassen. Das ist ein langer Weg der Vertrauensbildung (siehe Stuttgart 21). Instrumente allein reichen halt nicht. Und es wäre im übrigen höchst gefährlich, nicht-hierarchische Kommunikation in Organisationen zuzulassen, die die entsprechende Kultur nicht leben. DAS ist mein “täglich Brot” 😉

  9. Änderungen am 17.10.2010:
    Folgenden Zusatz hinzugefügt: “Ein Lehrer, der seine GrundschülerInnen mit Smartphones arbeiten liess, wurde von Mobilfunkgegnern (nicht von den Eltern der Kinder!) der mehrfachen schweren Körperverletzung angezeigt.”

    Fotos hinzugefügt.

  10. noch mal drübergelesen, aber tue mir mit kritik immer noch schwer. ich finde es sehr verdienstvoll, das alles aus dieser perspektive für diese zielgruppe(n) aufzuschreiben. dass es da keine kantigen thesen gibt, liegt ja in der natur der sache. da müsstest du einen zweitartikel schreiben, um die ungemütlichen punkte zu adressieren. am wichtigsten natürlich: von deiner beschreibung hier zur wirklichkeit an den real existierenden schulen führt de facto gar kein weg. diese fülle von hindernissen auf den verschiedensten ebenen, die das verhindern, könnte man mal wenigstens katalogisieren und sortieren.

  11. Ich finde den Text gar nicht so unkantig. Ich hatte beim Durchlesen eher das Gefühl, jeder beteiligten Profession einmal pauschal auf die Füße gestiegen zu sein. Was ich eigentlich nicht für produktiv halte.
    Dass es keinen Weg von den real existierenden Schulen hin zu selbstbestimmtem und digital vernetzten Lernen gibt, da bin ich nicht so sicher. Nur weil wir ihn nicht sehen, muss er ja nicht für die Zukunft ausgeschlossen bleiben. Ich glaube, dass nicht einmal im Schulbereich die Zukunft linear prognostizierbar ist.

  12. ok, hier eine nachfrage: wieso schreibst du “auf die Funktion von medium begrenzt” und verlinkst dann auf meine präsi? Ich benutze ja gerade Medium als den viel weitreichenderen begriff – nämlich historisch kultur konstituierend! Da ist dann die ansage, dies sei eine reduktion, und werkzeug sei viel mehr, etwas verwirrend. in meiner begrifflichkeit ist ja gerade der werkzeugbegriff ein einschränkender und der medienbegriff der weitreichende. es ist auch nicht ganz verständlich, wenn von #leitmedienwechsel gesprochen wird, dann der begriff medium aber als etwas so untergeordnetes behandelt wird (wahrscheinlich meinst du hier mt medium das, was alltagssprachlich in eduzusammenhängen oft so verstanden wird, das konkrete buch, die einzelne folie usw. als “lernmedium”? dann wird es schwierig, immer gerade zu wissen, welchen medienbegriff du gerade benutzt, wenn “medium” bei dir zweierlei sein kann, nämlich sowohl die übergeordnete kulturbildende größe als auch ein unterbegriff. (systematisches problem). wenn dieses problem nicht vorliegt, und du tatsächlich “werkzeug” über “medium” stellst, dann versteht man wiederum nicht, was du mit #leitmedienwechsel meinst, denn dann kann es ja nichts revolutionäres sein … usw.
    ziemlich verwirrt
    Lisa

  13. Lisa, Deine Kritik ist berechtigt. Ich habe da so lange rumgekürzt, bis der Sinn entstellt war.

    Meine Intention war eine Kritik am (reduzierten) Medienbegriff, der (nicht nur) in der Medienpädagogik verbreitet ist. Ich habe dann auf Deine Präsentation verlinkt, um eben auf die Notwendigkeit hinzuweisen, diesem verkümmerten Medienbegriff (Medium = Kanal, Transportmittel etc) den größeren (= deinen) Medienbegriff gegenüber bzw. obendrüber zu stellen.

    Das kommt auf meinen Korrekturzettel für Version 1.1. Danke für die Rückmeldung!

  14. sehr beruhigt! hätte mich auch gewundert … hatte mich ja auch gewundert. 🙂

  15. ich möchte noch mal was zu den tollen fotos sagen: sie zeigen ja, wie innerhalb der systemlogik “schule und unterricht” informations- und kommunikationsmedien fast unweigerlich zu simplen werkzeugen runterdefiniert werden, bzw. noch schlimmer ausschließlich in ihrem gerätetechnischen charakter wahrgenommen werden. da die lehrkraft im grunde auch als reines vermittlungsglied (so wird ja häufig auch medium verstanden) von feststehendem wissen gedacht ist, lässt sich dann natürlich das eine gerät (lehrer) durch das andere (maschine) ersetzen.

  16. Vielen Dank. Toller und mutiger Überblick. Macht Lust selbst kreativ zu werden.

  17. Pingback: Leitmedienwechsel « Blog

  18. Pingback: Medium, Medien und Medienpädagogik « Sportsfreund1's Blog

  19. […] Diese mangelnden Computerkenntnisse machen aber auch betroffen. “Häufig werden Computer und Internet auf die Funktion ‘Medium’ begrenzt. Dass sie auch Werkzeug und
    Kulturraum sind, wird ausgeblendet oder kulturpessimistisch als Verfall gedeutet.” (Jöran Muuß-Merholz in seinem Blog https://www.joeran.de/ zum Thema “Leitmedienwechsel – Schule und Lernen in digitaler Vernetzung”). Man kann das im Moment sehen, wie man will. An der Erkenntnis, die Muuß-Merholz hier vermittelt wird früher oder später niemand mehr vorbei kommen. […]

  20. Pingback: Das Ende der Institutionen wie wir sie kannten … « J&K – Jöran und Konsorten

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