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Sechs Techniken für Lesen ohne Ablenkung

BildungsWelt, eher Blog, NetzWelt

„Ich komme kaum noch dazu, in Ruhe zu lesen!“

Wenn Du diese Klage kennst, findest Du hier sechs Tipps für Einfach-nur-in-Ruhe-Lesen.

1. Lies kurz und regelmäßig!

Setze Dir realistische Ziele. 20 Minuten am Tag. Das aber jeden Tag. Wenn Du das 365 Tage im Jahr schaffst, hast Du 122 Stunden gelesen. Das ist wirklich viel.

2. Höre mittendrin auf!

Wir haben oft gelernt, dass wir Dinge zu Ende bringen und nicht einfach liegen lassen sollen. Beim Lesen kann das Gegenteil richtig sein: Wenn Du mitten in einem Kapitel aufhörst, fällt Dir am nächsten Tag der schnelle Einstieg leichter, als wenn Du etwas neu beginnst.

3. Vertiefe nichts!

In digitalen Zeiten hat das einfache Weiterlesen große Konkurrenz. Es ist genauso einfach, etwas nachzuschlagen oder einem Seitenaspekt nachzugehen. Lass es sein! Wenn Du gar nicht anders kannst, markiere die Stelle, an der Du abzweigen wolltest, damit Du dem später nachgehen kannst. (In 99% der Fälle machst Du es eh nicht.)

4. Mach kein Theater!

Vielleicht hast Du ein Bild von idealen Lesebedingungen: Ein Sessel, ein Kaffee, Ruhe und freundliches Licht. Lasse dieses Wunschild nicht zwischen Dich und das Lesen kommen. Du hast halt meist nicht die Wahl zwischen Lesen unter idealen Lesebedingungen und Lesen unter normalen Lesebedingungen. Du hast die Wahl zwischen normalen Bedingungen und gar nicht Lesen.

5. Lass die Extras!

Es gibt 1000 Dinge, mit denen Du Dein Lesen bereichern kannst. Das Nachschlagen (siehe Punkt 3) ist eins davon. Du kannst Dir auch Notizen machen, Ausschnitte aufschreiben, Dinge via Twitter teilen etc. Allerdings ist jede Minute, die Du damit verbringst, eine Minute, in der Du nicht liest.

6. Lass Dich nicht stören!

Deine digitalen Geräte haben 2019 alle einen Ruhemodus. Für 20 Minuten wirst Du den ja wohl aktivieren können.

Hintergrund

PS: Ich habe das alles nicht erfunden, sondern abgeguckt. Im Januar 2009 veröffentlichte der Autor Cory Doctorow den Blogartikel „Writing in the Age of Distraction“ mit sechs Techniken, mithilfe derer er auch in ablenkungsreichen digitalen Welten ein Buch pro Jahr schreibt. Mein Artikel ist einfach eine Anwendung dieser sechs Techniken für das Lesen.

PPS: Der „Du“ im Text oben bin ich.

PPPS: Wie wir souverän arbeiten und Lernen im Angesicht ständiger Anlenkungen ist übrigens Thema meines Lieblings-Podcasts „#uneigentlich – Dinge digital geregelt kriegen“, den man auch per Spotify oder iTunes / Apple Podcast abonnieren kann.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Großartige Liste. Passt auch schon fast. Leider klappt Nr. 3 noch nicht. Die Neugier neigt zur Verästelung. Das braucht noch bessere Schotts. Sanduhr mitlaufen lassen unterstützt den Lesefluss. Hab eine für 20 und 60 Minuten. Sehr schön analog. Funktioniert auch bei Schreibvorhaben. Der Podcast ist klasse.

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