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Digitale Lehre? Die Lernenden müssen beieinander sein. Für die Lehrenden reicht der Computer.

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Vier glückliche Studierende sitzen im Grünen

Studierende bei Minerva (Screenshot aus dem Minerva-Werbe-Video)

Die Lehre lässt sich gut virtualisieren. Aber die Lernenden müssen möglichst intensiv beieinander sein. Und auch die Wahl des Ortes, an dem sie zusammenkommen, ist wichtig. Diese Grundaussage „Residential Experience“ im Konzept von Minerva beschäftigt und beeindruckt mich.

Das Start Up Minerva ist vor drei Jahren angetreten, um eine der besten Hochschulen der USA zu werden. Die Lehrenden und ihre Studierenden sehen sich ausschließlich online. Aber die Lernenden müssen sich ständig sehen – sie müssen sogar zusammen wohnen. Dafür wollte Minerva in Berlin, Buenos Aires, Seoul, Bangalore, Istanbul and London Wohnheime mieten, zwischen denen die Studierenden wechseln.

Webinare im „Active Learning Forum“ / „Lose the irrelevant“

Vorlesungen gibt es bei Minerva nicht. (Dafür kann man ja auch Bücher bzw. MOOCs nutzen.) Im Mittelpunkt der Lehre stehen Seminare bzw. Webinare. Eine Mischung aus aktivierender Methodik und Kontrollmechanismen sollen dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeit bei allen Lernenden kontinuierlich hoch bleibt „a hundred percent of the time“, siehe Video unten. (Zum Weiterlesen: Dieser Artikel hier aus 2015 beschreibt in der zweiten Hälfte unter der Überschrift „Lose the irrelevant” die Dinge, die gemäß Minerva für eine Hochschule nicht notwendig sind.)

Residential Experience

Leider finde ich im Netz keine eindeutigen Informationen, wie gerade der Stand der Dinge bei Minerva ist, was die unterschiedlichen Wohnheim angeht. Im Video unten kommt ganz am Ende der Aspekt des Zusammentreffens IRL auf, wobei es offenbar derzeit nur den Campus San Francisco gibt. Der folgende Abschnitt von der Minerva-Website gibt aber einen Eindruck von der Bedeutung der residential experience für das Lernen. Es wird klar, dass es um deutlich mehr als „Lerngruppen“ geht.

Daily life in world cities is as important as time spent in class.At Minerva, centrally-located residence halls are the hub of your educational and social experiences. While every building includes space for sleeping, eating, and classwork, they are situated for easy exploration of each urban locale.

As you travel the world with a tight-knit cohort of classmates, you will establish weekly rituals and organize interest- and activity-based groups. By exploring each new place together, you form lasting friendships and a collective identity — one defined by shared values and a common sense of purpose.

While your cohort becomes like an extended family, frequent interaction with the diverse communities surrounding each residential location gives you a deeper understanding of the different people and cultures around the world. From casual meals with classmates to formal meetings with local leaders, Minerva helps you create a unified community that spans the globe.


Dies ist ein Beitrag zur „Blogparade: Was macht ein Hochschulstudium aus?“, initiiert von Oliver Tacke.

Aufruf zur Blogparade: Was macht ein Hochschulstudium aus?

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