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Social Media (R)Evolutions – "Das Publikum betritt das Spielfeld"

Eigene Videos, Gesellschaft, Politik & Ökonomie, NetzWelt, Online-Projekte

Teilnehmende aus 50 Ländern besuchten die Internationale Online Konferenz der Virtuellen Akademie „Social Media (R)Evolutions“.

„Stellen Sie sich einmal vor, beim Fußballspiel dürften ab sofort auch die Hände benutzt werden. Selbst wenn alle anderen Regeln gleich blieben, so hätte man dennoch ein komplett neues Spiel.“ Mit diesem Vergleich eröffnete Gastgeber Jöran Muuß-Merholz die Internationale Online Konferenz „Social Media (R)Evolutions“ und erklärte damit auch ihren Untertitel: „In what way is Social Media a Game Changer for Governments, Opposition, Media and Culture?“ Wie weitreichend die Veränderung des „Spiels“ durch Social Media ist, demonstrierte er mit einem weiteren Fußball-Vergleich: „Stellen Sie einmal vor, dass plötzlich auch die Zuschauer das Spielfeld betreten könnten – was würde das für das Spiel bedeuten?“

Anmeldungen aus 50 Ländern aus aller Welt

An fünf Tagen (24.-29.09.2012) wurde der Wandel durch Social Media diskutiert. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatte über ihr internationales Netzwerk dafür 24 Experten aus 17 Ländern zusammengebracht, von Russland bis Südafrika, von Brasilien bis zu den Philippinen. Menschen aus 50 Ländern in aller Welt meldeten sich für die Konferenz an, um an Video-Debatten, Diskussionsforen und Chats teilzunehmen.

Die ersten vier Tage der Konferenz stellten jeweils einen gesellschaftlichen Bereich in den Mittelpunkt, nämlich die Arbeit von 1. Regierungen, von 2. (auch außerparlamentarischen) Oppositionen, 3. der Massenmedien und 4. von Künstlern. Den Abschluss bildete die Live-Übertragung einer Diskussionsrunde aus Berlin, die im dortigen Betahaus als Teil der Social Media Week von einem internationalen Publikum besucht wurde.

Social Media und Regierungen? Ein zweischneidiges Schwert!

Die umfassenden Möglichkeiten der Kommunikation über Social Media bringen auch neue Verpflichtungen und Verantwortungen für die Regierenden mit sich. „For us communication actually is about democracy, about the social contract!“, betonte Nick Clelland, der die Kommunikation der Regierung der Western Cape Province in Südafrika verantwortet. Marietje Schaake, die für die niederländischen Liberalen Democraten im Europäischen Parlament sitzt, pflichtete ihm bei und attestierte neuen Kommunikationstechnologien „revolutionäres Potential“. Sie betonte gleichzeitig, dass Social Media ein zweischneidiges Schwert für das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern sei, da Regierungen zunehmend sie zunehmend auch für Überwachungs- und Kontrollzwecke nutzen würden.
„We are the Winners!“

Live-Video-Panel

Nur wenige Tage vor den Präsidentschaftswahl in Georgien berichtet Levan Berdzenishvili von der oppositionellen Georgia Republican Party über die Bedeutung von Social Media für die Oppositionsarbeit: „We are fighting with […] Social Media against three great TV-Stations and huge amount of printed media covered by government. And […] – maybe for today only and not for tomorrow – we are winners in this fight!“

Gemeinsam mit Berdzenishvili diskutierten u.a. Sherry Al-Hayek, die für ihre Online-Kampagne für inhaftierte Blogger in Syrien 2012 mit dem BOB-Award ausgezeichnet wurde, und Vukosava Crnjanski aus Serbien. Crnjanski betonte, wie fundamental sich aus ihrer Sicht die Grundlagen der politischen Kommunikation ändern: „Those who don’t understand the new rules and the fact that the political game has changed, will be out of the game very, very soon!“

„Menschen in den traditionellen Medien sind eifersüchtig!“

Die Diskussion um Veränderungen für die Medienlandschaft wurde von Maria Ressa eröffnet,die selber als führende Journalistin für CNN und andere große Medienunternehmen arbeitete. Mit der Website rappler.com will sie nun den Journalismus neu erfinden, indem neue Formate zwischen professionellem Journalismus, Citizen Journalism und neuen Technologien erprobt werden: „It’s a world of collaboration.“ betonte sie, wodurch sich natürlich auch die Anforderungen an den Journalisten sich erweitern: „It is a tougher world
to be a professional journalist“ resümierte Ressa.

Mit täglich Diskussionen, Chat und Video-Panels bot die Konferenz ein umfangreiches Programm. Damit Teilnehmende auch quereinsteigen und eigene Schwerpunkte setzen konnten, erleichterten tägliche Videobotschaften von Online-Host Jöran Muuß-Merholz sowie tägliche 5-minütige Videos mit den Highlights der Diskussion den Überblick. Die zusammenfassenden Videos sind über YouTube zugänglich:

Sherry AL-HAYEK

Die komplette Dokumentation, unter anderem eine umfassende Materialsammlung und Videomitschnitte von allen Online-Vorträgen und Diskussionen, stehen auch noch nach Ende der Konferenz zur Verfügung. Eine nachträgliche Anmeldung für die Konferenzplattform ist kostenlos möglich unter http://smr12.fnst.org/

Fazit

Ein großes Projekt: Insgesamt 24 Referenten, Videoschaltungen über teilweise vier Kontinente gleichzeitig, Teilnehmende aus 50 Ländern, Erstellung von Zusammenfassungen über Nacht – und das alles auf der gerade im September komplett neu gestarteten Plattform der Virtuellen Akademie. Joachim Schulte, Leiter der Virtuellen Akademie, war am Ende rundum zufrieden: „Diese Konferenz war ein echter Härtetest für unsere neue Plattform und für das Team der Virtuellen Akademie – und wir haben sie mit Bravour bestanden!“
Das Feedback der Teilnehmenden gibt ihm recht: Fast nur Bestnoten gab es in der Evaluation der Konferenz. Eine Übersicht über alle Experten der Konferenz inklusive Twitter und Facbeook – Verbindungen bietet die unten stehende Weltkarte. Klicken Sie auf einen Marker, um sich Links zu den Referenten anzeigen zu lassen.

Weltkarte Google Maps

Die Internationale Online Konferenz „Social Media (R)Evolutions – Game Changers in Government, Opposition, Media und Culture“ war eine Veranstaltung der Virtuellen Akademie in Kooperation mit der Social Media Week Berlin, Reporter ohne Grenzen und politik-digital.de.