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Optimierung vs. Innovation – Zwei Beispiele aus dem Sport

ein Hochspringer beim Fosbury-Flop

der Fosbury-Flop (Foto „Men’s high jump. Ryan Bertucci of Chico State jumps 7′ 14″“ von SD Dirk unter CC BY 2.0 PL via Wikimedia Commons

Mit digitalen Medien lassen sich viele Dinge, die wir bisher (z.B. in der Bildung) tun, besser / effizienter / schneller / bunter / lauter / billiger machen als bisher. Das ist Optimierung. Es ist noch keine Innovation, erst recht nicht die vielbeschworene disruptive Innovation. Dafür müsste man etwas grundsätzlich anders machen als vorher. Um das zu veranschaulichen, gibt es ein weit verbreitetes Beispiel – und für mich jetzt zwei.

Interaktive Whiteboards (IWB) haben einen enormen Vorteil …

… dummerweise haben Lehrer*innen und Schüler*innen nichts davon.

Zeitungsausschnitt mit dem Titel „Quantensprung für den Unterricht“ . Auf dem dazugehörigen Foto sieht man einen Landrat mit sehr guter Laune

 Hurra, das interaktive Whiteboards ist da! Mainpost vom 15.12.2014 via www.veitshoechheim-blog.de

In Deutschland wurde viel Geld in Sachen „digitale Schule“ in interaktive Whiteboards (IWB) gesteckt, landläufig Smartboards, vereinzelt auch interaktive Wandtafel genannt. In Vorträgen und Diskussionen stelle ich gerne folgende These auf, die stets für viel Gelächter sorgt, die ich aber völlig ernst nehme und meine:

Digitale Lehre? Die Lernenden müssen beieinander sein. Für die Lehrenden reicht der Computer.

Vier glückliche Studierende sitzen im Grünen

Studierende bei Minerva (Screenshot aus dem Minerva-Werbe-Video)

Die Lehre lässt sich gut virtualisieren. Aber die Lernenden müssen möglichst intensiv beieinander sein. Und auch die Wahl des Ortes, an dem sie zusammenkommen, ist wichtig. Diese Grundaussage „Residential Experience“ im Konzept von Minerva beschäftigt und beeindruckt mich.

Das Start Up Minerva ist vor drei Jahren angetreten, um eine der besten Hochschulen der USA zu werden. Die Lehrenden und ihre Studierenden sehen sich ausschließlich online. Aber die Lernenden müssen sich ständig sehen – sie müssen sogar zusammen wohnen. Dafür wollte Minerva in Berlin, Buenos Aires, Seoul, Bangalore, Istanbul and London Wohnheime mieten, zwischen denen die Studierenden wechseln.